Corporate Identity

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Corporate Identity – kurz CI – ist in aller Munde. Aber was steckt eigentlich hinter dem Begriff?
Allein in der Region Stuttgart sind ca. 1.200 Bands unterwegs. In ganz Deutschland geht die Zahl gewiss ins 5 oder 6-stellige. Wie will man aus dieser Masse als Band herausstechen und von einem Publikum wahrgenommen werden? Wie schafft man es, einzigartig und interessant zu sein? Der folgende Text soll Euch zeigen, wie Ihr als Band mit Hilfe einer CI Eure eigene Persönlichkeit entwickeln und darstellen könnt.

Definition: Der Ausdruck Corporate Identity (kurz CI) stammt aus dem Englischen und bedeutet zunächst einmal die unverwechselbare Persönlichkeit eines Unternehmens. Dieser Ansatz lässt sich auch auf Euch als Band oder Musiker übertragen.
Corporate Identity bedeutet in Eurem Fall also die unverwechselbare Persönlichkeit Eurer Band. Sie soll Euch helfen, Eure Ziele zu erreichen und beim Publikum bestimmte Assoziationen zu wecken.

Warum sollte eine Band sich Gedanken über ihre Corporate Identity machen?
•    Wiedererkennungswert: Bands gibt es wie Sand am Meer. Aus dieser Masse soll die eigene Band herausstechen und wiedererkannt werden. Die CI hilft Euch dabei.
•    Identifikationswert:  Eure Fans können sich mit einer klaren Persönlichkeit Eurer Band besser identifizieren.
•    Visualisierung: Auch Personen, die die Band aus irgendeinem Grund nicht hören können (z.B. Besuch der Homepage ohne Lautsprecher am Computer) bekommen eine erste Vorstellung der Band, denn auch Stil, Gestaltung der Homepage, Logo etc. gehören zur CI.
•    Kredibilität: Eine Band mit einheitlichem Erscheinungsbild wird von Presse, Veranstaltern und anderen Kontaktpersonen ernster genommen.

Der Ansatz der Corporate Identity gliedert sich in mehrere Teile, die manchmal nicht genau voneinander getrennt werden können. Wir betrachten in unserem Fall vor allem das äußere Erscheinungsbild der Band (Corporate Design.) Bevor wir genauer auf das Corporate Design – kurz CD – einer Band zu Sprechen kommen, solltet Ihr Euch ein klares Bild über Euch selbst machen:

Wie seht Ihr Euch als Band?
Versucht diese Frage möglichst realitätsnah zu beantworten. Welche Musikrichtung spielt Ihr? Wie sieht Eure Band aus? Passt die Musik zum äußeren Erscheinungsbild? Wie professionell spielen die einzelnen Musiker ihre Instrumente? Hat der Sänger eine gute Stimme? Seht Ihr Eure Stärke eher beim Live-Gig oder im Studio? Wie viele Auftritte spielt die Band im Jahr? Aus der Beantwortung der Fragen ergibt sich Euer Selbstbild.

Wie werdet Ihr von anderen gesehen?
Nun stellt ihr am besten Freunden oder Bekannten der Band dieselben Fragen. Ihr solltet um eine wahrheitsgemäße Beantwortung bitten. Die Erkenntnisse der Befragung ergeben das Fremdbild.

Wie würdet Ihr gern gesehen werden?
Sicherlich kommt Euch nun als erstes eine Eurer Lieblingsbands in den Sinn. Bei vielen großen Bands hört man die Einflüsse ihrer Vorbilder heraus. Das ist soweit nicht schlimm, ist die Band aber zu nah am Vorbild angelehnt, kann sie schnell wie eine Imitation wirken. Dennoch ist es nicht verkehrt von größeren Bands zu lernen.  Versucht am Besten, die obengenannten Fragen erneut zu beantworten – Dieses Mal jedoch nicht realitätsnah, sondern mehr als Wunschvorstellung. Diese Wunschvorstellung ist Euer Ziel!

Ihr habt nun Euer Selbstbild, das Fremdbild und das Wunschbild der Band herausgefunden. Nach einem Vergleich der drei Ergebnisse könnt Ihr sagen, wie weit die Band von ihrer Wunschvorstellung entfernt ist und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um das Ziel zu erreichen. Neben viel Üben, noch mehr Üben und einiger organisatorischer Arbeit ist ein Teil der Maßnahmen das Erschaffen einer unverwechselbaren Persönlichkeit der Band.

Der erste Schritt zu einer unverwechselbaren Persönlichkeit der Band ist das Corporate Design.

Corporate Design:
Definition: Das Corporate Design umfasst das visuelle Erscheinungsbild des Unternehmens nach innen und nach außen.
In unserem Fall befassen wir uns ausschließlich mit dem externen visuellen Erscheinungsbild der Band. Das heißt, wie wirkt die Band auf eine außenstehende Person.
Das Corporate Design erschließt sich über folgende Gestaltungselemente einer Band

  • Logo
  • Bandfarben
  • Bandschrift

Das Corporate Design einer Band zeigt sich in folgenden Bereichen:

  • Homepage
  • Drucksachen
  • Merchandise
  • Outfits

Logo/Bandfarben/Bandschrift
Bevor Ihr Euch mit dem Erstellen eines Logos auseinandersetzt, solltet ihr Euch den Artikel Corporate Identity durchlesen.

1.    Schaut Euch andere Bandlogos an:
Von den großen Playern im Musikbusiness kann man sehr viel lernen. Das gilt auch für‘s Logodesign. Lasst euch inspirieren, doch kopiert nicht. Schließlich wollt Ihr Euch mit Eurem Logo abheben. Hier einige Beispiele für gute Bandlogos: Nine Inch Nails, Black Flag, HIM, KISS, The Who, RUN DMC, Foo Fighters, The Rolling Stones, The Strokes.

2.    Brainstorming:
Setzt Euch mit Eurer Band zusammen und schreibt jede Idee auf, die Euch spontan in den Kopf kommt. Denkt dabei an Euren Bandnamen, Musikstil oder an Textzeilen aus Euren Liedern. Überlegt Euch, ob es ein Symbol geben könnte, das zu Euch passt. Vgl. Rolling Stones – Zunge oder Bad Religion – durchgestrichenes Kreuz oder Die Toten Hosen – toter Reichsadler. Ein Symbol ist nicht unbedingt notwendig, dient jedoch dem Wiedererkennungswert.

3.    Downloadet ein kostenloses Grafikprogramm:
Die meisten Grafikprogramme für die Erstellung von Logos sind sehr teuer. Daher raten wir Euch eine kostenlose Testversion des Grafikprogramms Adobe Illustrator herunterzuladen und zu installieren.
Die Testversion gilt lediglich 30 Tage. Auf der Seite Vektorgarten findet Ihr gute Videoanleitungen. Ansonsten könnt Ihr das Logo ungefähr skizzieren und später einem professionellen Grafiker übergeben. Vielleicht kennt Ihr auch jemand in Eurem Freundeskreis, der Grafikdesign studiert und Eure Idee zu einem günstigen Preis umsetzt. Euer Logo soll gut aussehen, da lohnt es sich auch, ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen. Ein unprofessionell aussehendes Logoschadet eurem Ruf! Deshalb sollet ihr auf keinen Fall ClipArts verwenden.

4.    Entscheidet euch für eine Schrift:
Eine der besten Quellen im Internet, wenn es um Schriftarten geht, ist www.dafont.com. Achtung: nicht alle Schriftarten auf dieser Seite sind urheberrechtsfrei! Nur Schriftarten mit der Kennzeichnung free und donationware sind kostenlos verfügbar. Bei der Kennzeichnung „free for personal use“ solltet ihr darauf achten, dass diese Schriftart für kommerzielle Zwecke wie in unserem Fall nicht kostenlos ist. Auf dafont.com könnt ihr oben rechts in der „preview box“ euren Bandnamen eingeben. Nun erscheint eine Liste mit Schriften, die Euren Bandnamen anzeigen. Sucht Euch eine zu Euch passende Schrift aus, ladet sie runter und installiert sie auf Euren Computer. Es ist wichtig, dass Euer Bandname immer gut lesbar ist.

5.    Spielt mit den Buchstaben:
Nachdem Ihr das Programm installiert habt, könnt Ihr damit beginnen Euren Namen zu schreiben. Solltet Ihr keine herausragende Idee im Brainstorming gefunden haben, lohnt es sich immer, mit den Buchstaben zu spielen. Versucht Spiegelungen in Eurem Namen zu erkennen. (vgl. Bandlogo NIN), betont doppelte Buchstaben (vgl. KISS, Foo Fighters), oder macht bestimmte Buchstaben breiter oder dünner.

6.    Entscheidet Euch für Farben des Logos:
Die Farbe eures Bandlogos sagt viel über Euch aus. Überlegt Euch gut, welche Farbe zu eurer Musikrichtung passt und welche eher nicht. Zum Beispiel als Metallband solltet ihr nicht gerade eine pinke Schrift verwenden. Ebenso gilt: Falls Ihr eher tanzbare Musik macht, darf Euer Logo das auch ausstrahlen.
Ihr müsst bedenken, dass Euer Logo nicht nur im Web gut aussehen soll, sondern auch brauchbar für Drucksachen wie Flyer oder T-Shirts sein sollte. Besonders helle Farben wie gelb können im Web sehr gut aussehen, doch später auf Flyern zu hell sein.  Gedruckte Farben leuchten nicht so stark wie Farben im Web. Macht am Besten Probeausdrücke. Die meisten Logos bestehen aus mehr als einer Farbe. Welche Farben zueinander passen, könnt ihr unter anderem hier testen.

Eine zweite Version des Logos mit anderen Farben ist ratsam. Euer Logo soll später auf verschiedenen Flyern von Veranstaltern stehen und nicht jede Farbe eignet sich für jeden Flyer. Ebenso solltet ihr eine schwarz-weiße Version im Petto haben.

7.    Speichert das Logo in verschieden Formaten ab:
Das ist der letzte und wichtigste Schritt. Speichert das Logo in folgenden Formaten ab:
•    als eps-Datei (transparent)
•    als jpg-Datei in hoher Auflösung (300dpi) für Drucksachen
•    als jpg-Datei in niedriger Auflösung (72dpi) für eure Homepage und das Web

8.    Publiziert euer Logo auf allen Medien:
Versucht euer Logo auf sämtlichen Medien zu verwenden. Bindet das Logo auf Eurer Homepage ein, druckt es auf Flyer für Eure Konzerte und wenn alles gut läuft, dann tragen schon bald Eure Fans T-Shirts mit Eurem eigenen Bandlogo.

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