Bilder

0

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Eure Bandfotos repräsentieren Eure Musik, Euren Stil und Euch selbst. Je aussagekräftiger und direkter ihr Euch definiert, desto größer sind Eure Möglichkeiten. Eure Promotion-Bilder werden am Ende das Cover Eurer EP, ein Tour Poster und das Bild, das Euch präsentiert. Eure Bandfotos sind Werbung und vor allem das Material, das jeden A&R Labelchef davon überzeugen soll, Eure Musik anzuhören.

Die richtige Vorbereitung
Ein Fotoshooting ist Arbeit und wie in jedem guten Job ist auch hier Vorarbeit und Vorbereitung nötig. Macht Euch als Band Gedanken über Euch, über Eure alten und zukünftigen Lieder, über Eure Musik selbst und Euren Plan – wo wollt Ihr hin, was macht Euch einzigartig? Durchdenkt und sammelt Ideen und vergesst dabei das Stichwort Authentizität nicht. Bedenkt auch, wen Ihr mit Eurer Musik ansprechen möchtet – wer ist Eure Zielgruppe und was spricht diese an?

Holt Euch Input und Inspiration bei anderen, bekannten Bands und Fotografen, fragt Freunde, Bekannte oder andere Künstler. Macht Bekanntschaften – in Stuttgart gibt es viele Einrichtungen wie die MERZ Akademie, die Kunstakademie oder die Hochschule der Medien und alle sind voll von Kunststudenten oder angehenden Grafikdesignern, die bestimmt Lust haben, eine aufstrebenden Band zu supporten und mit Euch zu arbeiten. Man braucht nicht unbedingt einen professionellen Berufsfotografen, auch wenn man diese heutzutage schon für Gagen von 350 – 500 Euro bekommen kann.

Haltet trotzdem immer die Augen nach Professionellen offen – nach Leuten mit Gefühl für diesen Job. Besser ist es einen guten Fotografen mit schlechter Kamera zu haben, als umgekehrt. Lieber habt Ihr ein gutes Bild, als eine Auswahl an hundert schlechten.

Der Fotograf
Denkt daran, dass, wenn Ihr einen Fotografen anfragt, Ihr gleich alles anreißt, was wichtig sein könnte. Andernfalls könnte es am Tag des Shootings einen Haufen Missverständnisse zu Klären geben. Im ersten Anschreiben solltet Ihr Euch natürlich kurz vorstellen, Interesse zeigen.

Wie viel Gage möchte der Fotograf? Schlagt ein persönliches Treffen vor, um Eure Ideen und die Möglichkeiten zu besprechen und Einen Eindruck von Eurem potentiellen Partner zu gewinnen. Für diese Vorbesprechung reichen zwei Bandmitglieder, die Eure Ideen präsentieren, diskutieren –  denn Overload und plötzliche Meinungsverschiedenheiten untereinander sind in keinem Businessmeeting angenehm.

Das Shooting
Für ein Fotoshooting sollte man mindestens drei bis vier Stunden einplanen. Eigentlich braucht man einen ganzen Nachmittag, bestenfalls und mit Puffer einen Tag. Kommt vorbereitet zu Eurem Fototermin. Die Nacht davor sollte geschlafen werden. Nehmt möglichst viele Utensilien mit, um beim Shooting selbst variabel und experimentierfreudig zu sein. Bügelt Eure Hemden, kommt pünktlich und nutzt dann die Zeit. Kalkuliert auch Zeit zum warm werden ein, traut Euch und nehmt Regie und Tipps an – keiner wird als Shooting Star geboren.

Wichtig ist, das Ihr beim Shooting das eigene Ego abschaltet und dafür das Bandego ein. Beim Shooting selbst habt Ihr alle Möglichkeiten mit Eurer Bühnenpersönlichkeit zu spielen. Variiert mit den Stellungen. Seid kreativ! Wie wäre es mit dem Drummer mal in der Front und den Sänger in der zweiten Reihe? Egal, wie verrockt ihr seid. Abgefuckt geht auch gutaussehend! Denkt daran, dass die Gesamtwirkung des Bildes zählt, nicht falsche Eitelkeit. Und Bitte: Kein Redakteur und kein Konsument kann mehr Posings vor der Backsteinmauer oder im Wald sehen. Lasst das!

Am Ende eines Shootings sollten mindestens drei gute Bilder im Kasten sein. Bei einem bezahlten, professionellen Auftrag bekommt Ihr spätestens nach sieben bis zehn Tagen eine Auswahl an Bildern. Welches Bild Ihr am Ende nehmt, könnt Ihr dann gemeinsam entscheiden. Wichtig ist, dass Ihr mindestens ein Querformatbild und ein Hochkantbild zur Auswahl habt. Gut ist auch, wenn es in Kleinformat noch wirkt. Dies ist vor allem für die Print-Presse von Vorteil, da diese dann layouttechnisch mit größerer Wahrscheinlichkeit Eure Bild abdrucken.

Die Frage der Bildbearbeitung
Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop machen die Welt etwas leichter. Natürlich gehen auch andere, kostenfreie Bildbearbeitungsprogramme, doch solltet Ihr darauf achten, mit diesen dann gut an den Bildern arbeiten zu können und dazu fähig sein, die Größe und Bildausschnitte ohne Verluste zu kopieren. Kontrast und Sättigungsfunktionen sowie Artwork-Spielerei Möglichkeiten sind von Vorteil. Auch hier gilt wieder der Rat, sich bei befreundeten Grafikern oder Fotografen umzuhören. Eine kostenlose Variante wäre zum Beispiel www.gimp.org.

Abspeichern und Verbreiten
Ein einheitliches Gesamtbild wirkt gleich professionell. Aktualisiert Eure Homepage und jeglichen Social Network Präsenzen so, dass sie zusammen passen. 500 verschiedene Bilder und 1000 diverse Farbvariationen und Layouts wirken unstrukturiert und geben keinen harmonischen Gesamteindruck.

Habt Ihr also Eure Bilder, dann speichert sie gut auffindbar ab. Achtet auf die Originale und arbeitet nur an den Kopien. Benennt die Bilder, wie all Eure CI-Unterlagen übersichtlich. Denn nach und nach landet Ihr in diversen Archiven und solltet dort wiedergefunden werden.

In der Fotobenennung könnt Ihr beispielsweise das Jahr, Euren Bandnamen und das Format, die Auflösung – High oder Low Resolution einbringen. (Hi_Res / Lo_Res)  z.B. 2011_Bandname_Hi_Res.jpg

Macht es der Presse und den Clubs so einfach wie möglich: Präsentiert Ihnen alles Copy’n’Paste bereit. Packt Eure Pressefotos in eine mit Bandnamen benannte ZIP-Datei in den Anhang. Für die Printverwertung sollten die Bilder mindestens eine Auflösung von 300 dpi haben, circa 3 MB Umfang; für das Internet reichen 72 dpi. Denkt daran ein Quer- und ein Hochkant-Bild zuzusenden, je nach Journalist oder Verwendung teilen sich die Vorlieben. Auch könnt Ihr bei großen Dateien kleinere Vorschaubilder in die ZIP legen und nie das richtige Benennen vergessen! Achtet darauf, dass (Druck-) Fehler nie Eure Schuld sein können.


Textgrundlade: Interview mit Duncan Smith, www.duncansmith.de

Schon immer an Fotografie und dem einfangen von Bildern interessiert, begann Duncan Smith Mitte der 90er mit der professionellen Fotografie zunächst in der britischen Modeszene. Spannender fand er jedoch Musik, Musiker und deren Lifestyle. Mittlerweile ist der Brite in Stuttgart wohnhaft und hat sein Atelier „Longden Smith Gallery“ im schönen Westen. Als Bandfotograf hat er sich etabliert, Stil und Gefühl bewiesen – wer zu ihm geht, weiß, dass er ein cooles Ergebnis bekommen wird. Ein Fotograf kann jedoch noch so gut sein, wichtig ist, dass Ihr daran denkt, das Promotion-Fotos das sind, was die Leute als erstes von Euch wahrnehmen. Euer Stempel. Euer Ich.

Share.

Leave A Reply