Bandwettbewerbe

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Eure Band ist neu, frisch und der heißeste Scheiß überhaupt? Ihr möchtet sofort an einem Wettbewerb teilnehmen, habt aber keine Idee, welche es gibt? Vielleicht habt Ihr auch schon an einem teilgenommen, aber noch nie darüber nachgedacht, was ein Wettbewerb alles beinhaltet und welche Chancen er Euch bietet? Welcher Bandwettbewerb ist für Euch der richtige und was müsst Ihr beachten? Auf all diese Fragen bekommt Ihr hier eine Antwort!

1. Was ist ein Bandwettbewerb?

Ein Bandwettbewerb findet in der Regel vor öffentlichem Publikum und/oder einer Jury statt. Häufig werden dabei die am besten bewerteten Teilnehmer ausgezeichnet. Wettbewerbe finden oftmals in mehreren Runden statt, dabei wird die Teilnehmeranzahl kontinuierlich reduziert, bis nur noch wenige Wettbewerber für die Finalrunde übrig bleiben, in welcher dann die Preisträger ermittelt werden. Im besten Fall haben wir einen fairen Wettbewerb mit Bands und Künstlern, die davor, dazwischen und danach betreut werden.

2. Wie finde ich aktuelle Wettbewerbe?

Ihr möchtet mit Eurer Band an einem Newcomer-Wettbewerb teilnehmen? Neben dem landesweiten Bandförderpreis PLAY LIVE in Baden-Württemberg gibt es hierzulande aber auch im ganzen Bundesgebiert zahlreiche kleinere regionale Veranstaltungen dieser Art. Hier findet Ihr eine Übersicht zu allen Wettbewerben in Baden-Württemberg.

3. Wie finde ich den richtigen Wettbewerb für mich und meine Band?
Grundsätzlich müsst Ihr Euch über zwei Fragen klar werden, ehe es auf die Bühne geht. Wo steht Ihr als Band? Und wohin wollt Ihr? Seid Ihr gerade ganz frisch im Musikbusiness, dann sind kleinere, lokale und regionale Contests genau das Richtige für Euch. Dort habt Ihr die Möglichkeit, erste Bühnen- und Live-Erfahrungen zu sammeln und so viele Auftritte wie möglich zu ergattern. Seid Ihr den regionalen Bühnen entwachsen, sind landesweite Wettbewerbe wie zum Beispiel der Bandförderpreis PLAY LIVE für Euch interessant. Sie bieten Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und schon bestehende Netzwerke zu erweitern. Ein weiterer Anhaltspunkt ist der Preis. Habt Ihr eine realistische Chance zu gewinnen? Nutzt Euch der Siegerpreis überhaupt? Bringt Euch der Wettbewerb auch ohne Sieg durch Coachings, Kontakte oder Seminare weiter? Wenn Ihr Euch über diese Fragen im Klaren seid, sollte die Auswahl der richtigen Wettbewerbe kein Problem mehr darstellen.

4. Woran erkenne ich einen guten Wettbewerb?
Das Konzept eines guten Wettbewerbs kann beispielsweise an drei Säulen erkannt werden: Fairness, Transparenz und Feedback. Eine seriöse Ausschreibung mit klarem Ablaufplan und ernst zu nehmenden Medienpartnern, wie Stiftungen, Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen etc. gehört ebenso zu einer transparenten Wettbewerbsgestaltung wie eine offene und geregelte Kommunikation. Alle Teilnehmer sollten zu jedem Zeitpunkt gleichberechtigt sein, was sich unter anderem in einer ausgelosten Auftrittsreihenfolge sowie einem allgemeinen Miteinander statt Gegeneinander widerspiegelt. Weiterhin bietet ein guter Wettbewerb im besten Fall spezifische Geld- und Sachpreise für alle Teilnehmer. Coachings und Weiterbildungen sollten stets an die individuellen Bedürfnisse der Band angepasst werden. Darüber hinaus sind Reisekostenerstattungen sinnvoll. Zu guter Letzt spielt das Feedback eine entscheidende Rolle. Werden die Entscheidungen von einer Expertenjury getroffen, profitieren die Teilnehmer von professioneller, konstruktiver Kritik sowie einer anschließenden Feedback-Runde, in der Fragen gestellt und beantwortet werden. Hier bietet sich auch die Möglichkeit, wertvolle Kontakte ins Musikbusiness zu knüpfen.

5. Was bringt mir eine Teilnahme an einem Wettbewerb und was passiert danach?
Eine Teilnahme an einem Wettbewerb bringt Euch zuallererst Bühnen- und Live-Erfahrung vor Publikum. Überdies könnt Ihr Kontakte zu Experten, Veranstaltern und anderen Bands knüpfen. Vielleicht findet Ihr sogar den ein oder anderen Teilnehmer, mit dem Ihr zusammen ein Konzert auf die Beine stellen wollt. Der dazugehörige Veranstalter könnte als Juror direkt vor Eurer Nase sitzen. Bietet der Rahmen des Wettbewerbs auch Coachings und Workshops an, so könnt Ihr jede Menge nützliche Erkenntnisse für Euch selbst und die Band mitnehmen. Geht Ihr als Sieger aus dem Contest hervor, so stehen Euch verschiedenste Geld- und Sachpreise zu Verfügung. Idealerweise werdet Ihr nach Beendigung des Wettbewerbs weiterhin durch feste Ansprechpartner betreut und für diverse Förderprogramme vorgeschlagen.

6. Teilnehmergebühr ja/nein?

Eigentlich solltet Ihr nicht gezwungen sein, eine Teilnehmergebühr zu entrichten. Es gibt allerdings auch Wettbewerbe oder Förderprogramme, die dies voraussetzen, dafür aber auch klare Leistungen erbringen. In allen Fällen gilt: Gut informieren! Achtet auf versteckte Verwaltungskosten oder Ticket-Verkäufe, die Ihr an Eure Fans weiterveräußern sollt. Von solchen Wettbewerben solltet Ihr die Finger lassen.

Bewerbung:
Den richtigen Wettbewerb habt Ihr gefunden und nun wollt Ihr eigentlich nur noch auf die Bühne. Da gibt es nur noch ein Problem. Erstmal müsst Ihr Euch bewerben. Und das nicht nur mit einem Fetzen Papier, sondern möglichst originell. Doch was gehört alles in eine Bewerbung? Was müsst Ihr bei der Bandinfo und dem Demo alles beachten? Welche Fehler solltet Ihr auf jeden Fall vermeiden? Hier bekommt Ihr Tipps und Anregungen zu den wichtigsten Fragen rund um die perfekte Bewerbung.

1. Was muss eine gute Bewerbung beinhalten?
Zunächst solltet Ihr darauf achten, dass die Bewerbung alle wichtigen Informationen rund um Eure Band enthält.

Dazu zählen in der Regel eine aussagekräftige Bandinformation sowie Bandhistory, ein lebendiges Bandfoto und eine gut produzierte Demo-CD. Gibt es ein Teilnahmeformular? Wenn ja, dann achtet darauf, wirkliche alle Felder so vollständig wie möglich auszufüllen. Bei großen Wettbewerben mit über 100 Teilnehmern möchte Euch niemand hinterher telefonieren müssen. Legt ein besonderes Augenmerk auf Eure Kontaktdaten. Die müssen stimmen und aktuell sein. Eure Bewerbung wird umso besser, je klarer Ihr die folgenden Fragen beantworten könnt: Wer seid Ihr? Was macht Ihr? Wo wollt Ihr hin? Solltet Ihr noch keine Antworten darauf wissen, setzt Euch lieber noch einmal zusammen, bevor Ihr Euch irgendwo bewerbt.

2. Wie kann ich meine Bewerbung individualisieren?
Hier gilt die Devise: Gebt Euch Mühe! Ihr wollt unbedingt an dem Wettbewerb teilnehmen? Dann zeigt es den Veranstaltern auch. Denkt darüber nach, wie Eure Band aussieht, wie sie klingt und wie sie sich anfühlt. Versucht dies in Eurer Bewerbung zu vermitteln, denn der erste Eindruck zählt – und der ist nicht musikalisch. Auch wenn Ihr wie die nächsten Rolling Stones klingt – kommt dies in Eurer Bewerbung nicht rüber, werdet Ihr niemals die Möglichkeit haben, Euch zu beweisen. Seid kreativ und denkt Euch etwas Besonders aus, das sich von den anderen Bewerbungen abhebt. Beispielsweise eine außergewöhnliche Bewerbungsmappe, die sofort ins Auge fällt. Desweiteren überlegt, wie Ihr Euch als Einheit präsentieren könnt. Der Musikstil sollte zum Erscheinungsbild der Band passen und somit auch zur Bandinfo, zum Bandfoto und natürlich zur gesamten Bewerbung.

3. Was muss ich bei dem Demo beachten? Gutes Demo auch ohne Studio?
Auch hier müsst Ihr Euch wieder die Frage stellen „Wer sind wir und wo wollen wir hin?“. Eine Punk-Newcomer-Band kann ruhig etwas scheppern und muss nicht mit der teuersten Produktion aufwarten. Dahingegen werden Bands, die den großen Durchbruch schaffen wollen, nicht an einer professionellen Aufnahme im Studio vorbeikommen.

4. Wie mache ich eine gute Bandinfo?
Grundsätzlich müsst Ihr zwischen der Bandinfo und der Bandhistory unterscheiden. Die Bandinfo sollte kurz und knackig darstellen, wer Ihr seid und was Ihr für Musik macht. Bei der Bandhistory könnt Ihr mehr in die Tiefe gehen und den Werdegang Eurer Band schildern. Keinesfalls sollten die Bandinfo und die Bandhistory zusammengefasst werden. Die Info soll nur das Interesse des Veranstalters wecken, währenddessen die History zusätzliche Auskünfte bereithält. Auch hier sind Eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

5. Brauche ich ein Bandfoto? Wie muss das aussehen?
Ein Bandfoto ist unbedingt notwendig. Ihr müsst dem Veranstalter einen visuellen Reiz darbieten. Solltet Ihr nicht persönlich auf dem Bandfoto zu sehen sein, braucht Ihr auf jeden Fall ein Image, das klar mit Eurer Band in Verbindung gebracht werden kann. Achtet darauf, dass etwas in dem Bild passiert. Denkt darüber nach, was genau es aussagen soll. Einfach nur vier Jungs vor einer Wand ist ein absolutes NoGo, es sei denn die Band heißt „The Wall“. Was Ihr darüber hinaus beachten solltet, findet Ihr hier im artistguide unter dem Menüpunkt „Vermarktung“.

6. Wie präsentiere ich mich vor wichtigen Leuten?
Wenn Ihr mit wichtigen Personen aus dem Musikbusiness sprecht, versucht möglichst authentisch und ehrlich zu sein. Erstellt Euch im Voraus ein grobes Konzept, wer wie auf welche Fragen antworten soll und tretet offen, freundlich und als Einheit auf. Versucht Euch optisch dezent an Euren Musikstil anzupassen, um glaubwürdig zu wirken. Formuliert klar Eure Ziele und macht deutlich, was Ihr schon alles getan habt und was Ihr noch tun werdet, um diese Ziele zu erreichen. Vermeidet überzogenes, größenwahnsinniges Proletariat, niemand möchte mit einer solchen Band zusammenarbeiten.

5 Dos und 5 Don’ts

Dos:

  • Vollständige, herausragende Bewerbungsunterlagen
  • Wiedererkennungswert
  • Stimmiges Songmaterial in angepasster Qualität
  • Freundliche, offene, authentische Art
  • Klar erkennbare Zielsetzung

Don’ts

  • Unvollständige Kontaktdaten
  • Selbstgebrannte, zerkratzte CDs/ kaputte MP3s
  • Schlechtes Demomaterial (Produktion)
  • Unzuverlässigkeit/ Unpünktlichkeit
  • Unangemessenes Verhalten

Autor: Popbüro Region Stuttgart, www.popbuero.d

 

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